Häufig gestellte Fragen zum Zähneknirschen – wissenschaftlich beantwortet.
Bruxismus ist das unwillkürliche Knirschen oder Pressen der Zähne, das überwiegend nachts (Schlafbruxismus) oder tagsüber (Wachbruxismus) auftritt. Es betrifft 8-31% der Erwachsenen und kann zu Zahnschäden, Kieferschmerzen und Kopfschmerzen führen.
Unbehandelter Bruxismus kann langfristig zu erheblichen Zahnschäden (Abrasion, Risse, Frakturen), chronischen Kiefergelenkproblemen (CMD), Kopfschmerzen und Schlafstörungen führen. Frühe Erkennung und Behandlung sind wichtig.
Die Hauptursachen sind: psychischer Stress und Angst (häufigste Ursache), Schlafstörungen, Kieferfehlstellungen (Malokklusion), bestimmte Medikamente (SSRI, Amphetamine), übermäßiger Koffein-/Alkoholkonsum und genetische Veranlagung.
Typische Anzeichen: Kieferschmerzen morgens, Kopfschmerzen an den Schläfen, abgeflachte/empfindliche Zähne, Bissspuren an der Zungeninnenseite, Ohrenschmerzen und Berichte vom Partner über Knirschgeräusche.
Durch zahnärztliche Untersuchung (Zahnabnutzung, Kiefergelenk), Anamnese, EMG-Messung der Kaumuskulatur oder Polysomnographie im Schlaflabor. Der Zahnarzt ist meist die erste Anlaufstelle.
Aufbissschienen (häufigste Behandlung), Stressmanagement/Verhaltenstherapie, Physiotherapie für Kiefermuskulatur, Biofeedback-Therapie, medikamentöse Ansätze (Muskelrelaxantien) und in schweren Fällen Botox-Injektionen.
Aufbissschienen schützen die Zähne vor Abnutzung und können die Kieferbelastung reduzieren, stoppen aber nicht die Knirschaktivität selbst. Sie sind eine symptomatische, keine ursächliche Behandlung.
Ja, Stress ist der häufigste Risikofaktor. Chronischer psychischer Stress erhöht die Muskelspannung im Kieferbereich und führt zu vermehrter Knirschaktivität, besonders während des Schlafs.
Ja, Bruxismus bei Kindern ist häufig (14-20%). Oft tritt es während des Zahnwechsels auf und verschwindet von selbst. Bei anhaltenden Symptomen oder Zahnschäden sollte ein Kinderzahnarzt konsultiert werden.
Schlafbruxismus tritt unbewusst nachts auf und umfasst rhythmisches Knirschen. Wachbruxismus passiert tagsüber, oft als Pressen/Anspannen ohne Knirschbewegung, und ist mit Stress/Konzentration verbunden.
Ja. SSRI-Antidepressiva (Sertralin, Fluoxetin), Amphetamine (ADHS-Medikation), bestimmte Neuroleptika und übermäßiger Koffeinkonsum können Bruxismus als Nebenwirkung verursachen.
Biofeedback nutzt Sensoren, um die Muskelaktivität des Kiefers in Echtzeit zu messen und den Betroffenen durch sanfte Vibrationen oder Signale zu warnen, wenn sie knirschen – so lernt der Körper, das Verhalten abzustellen.
Bruxismus ist nicht immer vollständig heilbar, aber sehr gut behandelbar. Viele Betroffene erreichen durch eine Kombination aus Stressreduktion, Schientherapie und Biofeedback eine deutliche Besserung oder Symptomfreiheit.
Erster Ansprechpartner ist der Zahnarzt. Je nach Ursache wird an CMD-Spezialisten, Kieferorthopäden, Schlafmediziner oder Psychotherapeuten überwiesen.
Eine Aufbissschiene wird in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Spezialschienen, Biofeedback-Geräte und Physiotherapie können Eigenanteile erfordern. Die Kosten variieren je nach Behandlungsansatz.